Potenzialanalyse für Jugendliche


Potenzialanalyse für Jugendliche: Warum wir mit dem geva-Test arbeiten und was Eltern davon haben

 

Viele Entscheidungen rund um Ausbildung, Studium und weiterführende Schulen werden heute getroffen, während Jugendliche innerlich noch mitten in einem Suchprozess stecken. Sie sollen „sich festlegen“, während sie sich selbst noch gar nicht vollständig kennen. Eltern spüren den Druck ebenfalls: Sie möchten unterstützen, aber nicht drängen, und ahnen gleichzeitig, dass Bauchgefühl allein für eine so weitreichende Entscheidung oft nicht ausreicht.


Genau an dieser Stelle kann eine fundierte Potenzialanalyse ein wertvoller Kompass sein. Bei GrowYond arbeiten wir dafür mit dem geva-Test, einem wissenschaftlich entwickelten Testverfahren des geva-Instituts, das seit vielen Jahren in der Berufs-und Studienorientierung eingesetzt wird. 


In diesem Artikel geht es darum, was eine Potenzialanalyse für Jugendliche leisten kann, warum wir uns bewusst für die Zusammenarbeit mit dem geva-Institut entschieden haben – und wie Eltern und Jugendliche konkret davon profitieren.

 


Warum Intuition allein für die Berufswahl oft zu wenig ist

 

Natürlich kennen Eltern ihr Kind sehr gut. Sie sehen seit Jahren, was leichtfällt, was schwerfällt, wo Begeisterung aufblitzt und wo eher Widerstand. Gleichzeitig ist die Wahrnehmung im Familienalltag nicht immer neutral: Schulnoten, alte Erfahrungen, Geschwistervergleiche, eigene Wünsche und Sorgen mischen sich unweigerlich hinein.

 

Auch Jugendliche selbst haben in dieser Phase oft ein verzerrtes Bild von sich: Die einen unterschätzen sich, weil sie nur ihre Schwächen im Blick haben. Andere überschätzen sich, weil sie bestimmte Bereiche gar nicht gut kennen und eher nach außen wirken, als nach innen zu schauen.

 

Eine Potenzialanalyse setzt hier an einem anderen Punkt an. Sie fragt nicht: „Was wäre schön?“, sondern: „Welche Interessen, Fähigkeiten, Arbeitsweisen und Motivationen sind bei diesem Menschen tatsächlich erkennbar – und zu welchen Berufs- und Bildungswegen passen sie?“

Damit ergänzt sie Bauchgefühl und Alltagserfahrung um eine systematische, datenbasierte Perspektive.

 


Was hinter dem geva-Test steckt

 

Das geva-Institut entwickelt seit Jahrzehnten Testverfahren zur Berufs- und Studienorientierung. Die sogenannten geva-tests werden nach wissenschaftlichen Methoden konstruiert und unter Berücksichtigung der DIN 33430 entwickelt – der Norm für berufsbezogene Eignungsdiagnostik in Deutschland. 

 

Die Psychologinnen und Psychologen, die die geva-Tests entwickeln, sind für diese Form der Diagnostik zertifiziert; die Verfahren orientieren sich an klar definierten Qualitätskriterien für Testentwicklung, Auswertung und Interpretation.

Für Jugendliche gibt es unterschiedliche Varianten des geva-Tests – etwa für (Fach-)Abiturient:innen, die zwischen Studium und Ausbildung wählen, oder für Schulabgänger:innen mit Haupt- oder mittlerem Abschluss, die einen passenden Ausbildungsberuf suchen. In allen Fällen werden die individuellen Ergebnisse mit den Anforderungs-profilen zahlreicher Ausbildungsberufe und Studiengänge verglichen; daraus entstehen konkrete Empfehlungen, welche Wege fachlich und persönlich gut passen könnten. 

 

Wir haben uns bei GrowYond bewusst für dieses Verfahren entschieden, weil es:

  • wissenschaftlich fundiert ist,
  • seit vielen Jahren in Schulen, Beratungsstellen und Unternehmen eingesetzt wird und 
  • sich klar an etablierten Standards orientiert, statt nur „gefühlt“ etwas zu messen.

Wie die Potenzialanalyse bei GrowYond abläuft

 

Die Potenzialanalyse ist bei uns kein isolierter Baustein, sondern eingebettet in einen Prozess, der auf Klarheit und Umsetzung angelegt ist.

01

 

Durchführung des Online-Tests

 

Zunächst bearbeitet der oder die Jugendliche den geva-Test online – in Ruhe, ohne Beobachterdruck, in einer Atmosphäre, in der ehrliche Antworten möglich sind. Der Test erfasst unter anderem Interessen in verschiedenen Arbeitsfeldern, kognitive Fähigkeiten, typische Arbeits- und Lernstile sowie motivationale Aspekte.

 

02

 

Auswertung des Test durch das geva-Institut und im Gespräch 


Im geva-Institut werden diese Antworten nach standardisierten Kriterien ausgewertet; das Ergebnis ist ein umfangreicher Bericht mit einem Stärkenprofil und Vorschlägen für passende Berufs- und Bildungswege. 

 

Bei GrowYond bleibt es aber nicht bei diesem Bericht. In einem ausführlichen Auswertungsgespräch setzt sich eine Mentorin oder ein Mentor mit dem Jugendlichen hin und geht die Ergebnisse Schritt für Schritt durch. Es geht dabei nicht darum, das Testergebnis „zu verkünden“, sondern darum, gemeinsam zu verstehen:

  • Wo erkennst du dich wieder?
  • Welche Vorschläge machen Sinn, wenn man deinen Alltag, deine Noten, deine Interessen mitdenkt?
  • Welche Empfehlungen passen vielleicht fachlich, aber überhaupt nicht zu deinen Werten oder deiner Vorstellung vom Leben?

Aus dem Bericht wird so ein Gesprächsanlass – und aus abstrakten Daten wird eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für Entscheidungen.

 

03

 

Ausarbeiten konkreter Handlungsschritte 


Im nächsten Schritt übersetzen wir das Ergebnis in einen konkreten Plan: Mögliche Schulformen, Ausbildungsrichtungen, Studienfelder, sinnvolle Praktika, sinnvolle nächste Schritte im kommenden Jahr. Eltern werden – wenn gewünscht – eingebunden, damit alle Beteiligten dasselbe Bild vor Augen haben.

 


Wie Mentoring Eltern entlastet – ohne sie zu ersetzen
 

 

Viele Eltern erleben eine große Entspannung, wenn ihr Kind mit einer außenstehenden Person über Berufswünsche, Unsicherheiten und Zukunftsideen sprechen kann. Nicht, weil sie selbst überflüssig wären, sondern weil die Rollen sich wieder ordnen.

 

Eltern müssen dann nicht mehr gleichzeitig Ratgeber:in, Motivator:in, Kontrolleur:in und Seelsorger:in sein. Sie dürfen wieder stärker die Rolle einnehmen, die ihnen eigentlich zusteht: eine stabile, verlässliche Basis zu sein. Sie können nachfragen, interessiert sein und Unterstützung anbieten – müssen aber nicht mehr jede Diskussion alleine führen.

 

Das bedeutet in der Praxis zum Beispiel:

  • Gespräche zu Hause werden ruhiger, weil vieles bereits im Mentoring sortiert wurde.
  • Eltern erfahren im gemeinsamen Gespräch mit Mentor:in und Kind, wie der Stand ist – ohne alles selbst aus ihrem Kind „herausziehen“ zu müssen.
  • Entscheidungen werden auf Basis von mehr Klarheit und Information getroffen, nicht nur aus Bauchgefühl oder Druck heraus.

Mentoring ersetzt Eltern also nicht – es ergänzt sie. Es baut eine Brücke zwischen der inneren Welt des Jugendlichen und den äußeren Anforderungen von Schule, Ausbildung oder Studium.

 

 


Warum die Qualität der Mentor:innen entscheidend ist und welche Rolle unsere Partner spielen

 

Damit Mentoring wirklich trägt, reicht es nicht, „nett mit Jugendlichen reden zu können“. Es braucht fachliche Kompetenz, pädagogisches Gespür und ein klares Verständnis von Bildungswegen und Übergängen.

 

Bei GrowYond arbeiten wir mit Mentor:innen, die in der Regel einen Hintergrund in Bereichen wie Psychologie, Pädagogik, Sozialer Arbeit, Coaching oder verwandten Feldern haben. Viele von ihnen sind zusätzlich in systemischer Beratung, Coaching oder psychologischer Gesprächsführung weitergebildet. Entscheidend ist, dass sie sowohl mit Jugendlichen arbeiten können als auch das Bildungssystem und die Realität von Ausbildung und Studium kennen.

 

Ein wichtiger Partner für uns ist dabei das BSG Bildungsinstitut für Soziales und Gesundheit. Über diese Zusammenarbeit stellen wir sicher, dass:

  • unsere Mentor:innen nach klaren Qualitätsstandards ausgewählt und qualifiziert werden,
  • pädagogische und psychologische Inhalte nicht „aus dem Bauch heraus“ vermittelt werden, sondern auf fundierten Konzepten basieren,
  • Themen wie Gesprächsführung, Rollenklärung, Grenzen und professionelle Haltung regelmäßig reflektiert werden.

Für Eltern bedeutet das: Hinter einem Orientierungsmentoring steht kein lose organisierter Pool von „Coaches“, sondern eine strukturierte, qualitätsorientierte Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Bildungsträger. Das ist wichtig, weil Jugendliche in dieser sensiblen Phase mehr brauchen als wohlmeinende Tipps – sie brauchen professionelle Begleitung.

 


Fazit: Mentoring als Verstärker dessen, was Eltern sowieso wollen

 

Am Ende wollen Eltern und Mentor:innen dasselbe: dass Jugendliche einen Weg finden, der zu ihnen passt, sie trägt und Entwicklung ermöglicht. Ein:e Mentor:in kann diese Bewegung verstärken, Tempo rausnehmen, Klarheit schaffen und gleichzeitig Mut machen.

 

Für Jugendliche bedeutet das: Sie sind nicht allein mit ihren Fragen, Zweifeln und Entscheidungen. Für Eltern bedeutet es: Sie müssen diesen Weg nicht alleine begleiten, sondern haben jemanden an ihrer Seite, der die Orientierungsphase professionell mit auffängt.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind steht gerade an einem Punkt, an dem ein neutraler, gut ausgebildeter Sparringspartner hilfreich wäre, kann ein Orientierungsmentoring ein sinnvoller nächster Schritt sein. Ihre Rolle als Eltern bleibt dabei zentral – nur eben wieder in der Form, die sich am stimmigsten anfühlt: präsent, interessiert und unterstützend, ohne alles alleine tragen zu müssen.

 

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